AMLA – die EU-Geldwäschebehörde einfach erklärt
Die AMLA ist die neue europäische Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Die Abkürzung steht für Authority for Anti-Money Laundering and Countering the Financing of Terrorism.
Die Behörde hat ihren Sitz in Frankfurt am Main und wurde durch die Verordnung (EU) 2024/1620 geschaffen. Ihre Aufgabe ist es insbesondere, die Geldwäscheaufsicht innerhalb der Europäischen Union stärker zu vereinheitlichen und die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen nationalen Behörden zu verbessern.
Welche Aufgaben hat die AMLA?
Die AMLA soll dafür sorgen, dass die europäischen Vorgaben zur Geldwäscheprävention in den Mitgliedstaaten einheitlicher angewendet werden.
Dazu entwickelt sie unter anderem gemeinsame Aufsichtsstandards und Methoden, koordiniert nationale Aufsichtsbehörden und unterstützt die Zusammenarbeit der nationalen Financial Intelligence Units (FIU). Außerdem kann sie Leitlinien, Empfehlungen und technische Regulierungsstandards ausarbeiten.
Einen Teil besonders risikoreicher, grenzüberschreitend tätiger Unternehmen des Finanzsektors wird die AMLA künftig selbst beaufsichtigen. Die erste direkte Aufsicht über ausgewählte Finanzinstitute soll 2028 beginnen.
Beaufsichtigt die AMLA auch Immobilienmakler?
Immobilienmakler werden nicht unmittelbar von der AMLA beaufsichtigt.
Die direkte Aufsicht der AMLA ist auf ausgewählte Unternehmen des Finanzsektors ausgerichtet. Für den Nichtfinanzsektor – zu dem auch Immobilienmakler gehören – übernimmt die AMLA vor allem eine koordinierende und aufsichtsharmonisierende Funktion. Die nationalen Aufsichtsbehörden bleiben damit für die konkrete Beaufsichtigung der Immobilienmakler zuständig.
Immobilienmakler bleiben zugleich nach dem europäischen Geldwäscherecht ausdrücklich eine Gruppe von Verpflichteten. Auch die neue EU-Geldwäscheverordnung, die AMLR, führt Immobilienmakler und andere Immobilienfachleute ausdrücklich als Verpflichtete auf.
Was bedeutet die AMLA für Immobilienmakler?
Für Immobilienmakler ist die AMLA deshalb vor allem mittelbar relevant. Sie wird die europäischen Vorgaben, Aufsichtsstandards und Risikobewertungen stärker vereinheitlichen. Dadurch können Veröffentlichungen, Leitlinien und Standards der AMLA künftig auch Einfluss darauf haben, wie nationale Aufsichtsbehörden Geldwäscheprävention im Immobiliensektor beurteilen und überwachen. Was die AMLA-Analyse für den Immobiliensektor zeigt, können Sie in einem anderen Beitrag lesen.